Hier finden Sie: Hilfreiche Informationen zu der Erkrankung Eierstockkrebs, sowie Infos zu unseren Selbsthilfegruppen - OvarSHGs - in: Kiel, 2xHamburg, Hannover, Essen und München
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Versorgung im Hospiz, palliative Behandlung und palliative Versorgung

 

Das Wort Hospiz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt “Herberge“.


Hospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase im Sinne der Palliative Care zu versorgen. Es gibt ambulante, teilstationäre und stationär tätige Hospizvereinigungen, also Leistungserbringer im hospizlichen Bereich.


Im Hospiz erhalten Sterbende und ihre Angehörigen Begleitung, Beratung und medizinisch-pflegerische Versorgung. Dabei spielt die Kontrolle der verschiedenen Symptome eine große Rolle, u. a. die Schmerztherapie. Bei allen pflegerischen und medizinischen Handlungen steht aber der (geäußerte oder mutmaßliche) Wille des Kranken an erster Stelle. Außerdem wird für Angehörige Trauerbegleitung angeboten.


Träger dieser Häuser der Sterbebegleitung sind zumeist gemeinnützige Vereine, aber auch Kirchen und gemeinnützige Organisationen und Stiftungen. Die medizinische Versorgung wird unterschiedlich gewährleistet. Einige stationäre Hospize stehen unter ärztlicher Leitung, andere arbeiten mit niedergelassenen Ärzten vor Ort zusammen, wobei der Patient sein Recht auf freie Arztwahl geltend machen kann. Dann ist es oft der langjährige Hausarzt des Kranken, der die medizinische und menschliche Begleitung seines Patienten bis zu dessen Lebensende übernimmt.


Hospize wollen das Sterben wieder in das Leben integrieren. Den Kranken und ihren Angehörigen soll ein Stück Normalität vermittelt werden, was im Krankenhaus oder zu Hause oft nicht zufriedenstellend gelingt. Laut Umfragen möchten etwa 90 Prozent aller Menschen zu Hause sterben. Tatsächlich sterben nach Schätzungen jedoch etwa 50 Prozent der Menschen im Krankenhaus und weitere 20 Prozent im Pflegeheim. 

Hospize wollen dabei eine menschenwürdige Alternative sein, wenn eine Krankenhausbehandlung nicht mehr gewollt wird oder aus medizinischer Sicht nicht erforderlich ist, ein Pflegeheim aber aufgrund unzureichender medizinischer und pflegerischer Versorgungsmöglichkeiten bei schwerer Erkrankung nicht in Frage kommt. Um die letzte Lebensphase in einem Hospiz zu verbringen, bedarf es einer Einweisung durch den behandelnden Arzt. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

 

Die meisten Hospize arbeiten nach dem Leitsatz:

 

Nicht dem Leben Tage , sondern den Tagen Leben geben.

 

Grundsätze:

    1.    Die Hospizbewegung betrachtet das menschliche Leben von seinem Beginn bis zu seinem Tode als ein Ganzes. Sterben ist Leben - Leben vor dem Tod. Im Zentrum stehen die Würde des Menschen am Lebensende und der Erhalt größtmöglicher Autonomie. Voraussetzung hierfür ist die weitgehende Linderung von Schmerzen und Symptomen schwerster lebensbeendender Erkrankungen durch palliativärztliche und palliativpflegerische Versorgung sowie eine psychosoziale und spirituelle Begleitung der Betroffenen und Angehörigen. 

    2.    Diese lebensbejahende Grundidee schließt Tötung auf Verlangen und Beihilfe zur Selbsttötung aus

 

Häufig ist es möglich, Angehörige mit in ein Hospiz aufzunehmen, diese werden dann ebenfalls begleitet.

 

Es gibt mittlerweile bundesweit Hospizbewegungen, die eine Begleitung des sterbenden Menschen und seiner Angehörigen auch im häuslichen Rahmen zu gewährleisten.

 

    •    Mit fachlicher und menschlicher Unterstützung ist es möglich, in viele schwierige Situationen hineinzuwachsen.

    •    Angehörige werden in speziell unterstützenden Maßnahmen geschult. Oft ist zuhause mehr möglich, als im ersten Moment denkbar.

    •    Angehörige erfahren Entlastung im Alltag, denn ehrenamtliche Hospizhelfer können stundenweise die Betreuung des Erkrankten unterstützen, wenn dies gewünscht wird.

    •    Auf Wunsch werden auch Angehörige seelsorgerisch und psychologisch unterstützt.

 

 

Palliative Behandlung der Krebserkrankung.

 

An dieser Stelle möchte ich versuchen, Ihnen ein wenig Mut zu machen. Hierzu muss ich kurz den unterschied zwischen „kurativer“ und palliativer Behandlung erklären.

 

KURATIV bedeutet: Auf Heilung ausgerichtet. Wenn die OP erfolgreich und Chemotherapie greift, spricht der Arzt von einer kurativen Behandlung.

 

Sollte der Krebs wiederkommen, wird von einer „palliativen“ Behandlung gesprochen.

 

Als palliative Therapie (Syn. Palliativtherapie) bezeichnet man eine medizinische Behandlung, die nicht auf eine Heilung einer bestehenden Grunderkrankung abzielt, sondern auf die Reduzierung der Folgen (Palliation). Der Begriff leitet sich vom lateinisch pallium (- Mantel) ab; übersetzt heißt das so viel wie: „ummantelnde Behandlung“, also eine Behandlung, deren Ziel nicht kurativ ist, sondern darauf abzielt, die Symptome einer bestehenden Erkrankung zu lindern.

 

Das bedeutet NICHT, dass die Patientin in naher Zukunft sterben wird, sondern, rein medizinisch betrachtet, dass das Ziel der Behandlung ist,  eine möglichst große Lebensqualität zu schaffen/zu erhalten, bei möglichst langer Lebensdauer. Dies kann durchaus einen langen Zeitraum beinhalten. Es gibt Patienten, die seit mehreren Jahren mit Krebs leben, zwar immer wieder behandelt werden müssen, jedoch bei meist guter Lebensqualität.

 

 

 

Die Palliative Therapie eines Patienten wiederum hat den Anspruch, den Patienten umfassend zu behandeln und besonders die Problembereiche zu behandeln, unter denen der Patient am meisten leidet. Diese sind von Patient zu Patient unterschiedlich.

    •    Schmerztherapie zielt auf die Linderung akuter und chronischer Schmerzzustände ab, ohne jedoch, das für die Schmerzen ursächliche Grundleiden zu behandeln. Das primäres Ziel ist, die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern. 

        Die Schmerztherapie ist daher bezüglich der Schmerzkrankheit kurativ und bezüglich des Grundleidens palliativ.[2][3] Oft kommen zu diesem Zwecke verschiedene Medikamentengruppen (u.A. Opiate) zum Einsatz, die Medikamente können je nach Situation beispielsweise als Tabletten, Pflaster oder per Schmerzpumpe zugeführt werden.

 

    •    Medikamentöse Therapie: Oft können durch Medikamente weitere Probleme des Patienten gelindert werden. Beispiele: Behandlung von Übelkeit, Verbesserung des Appetits, Bekämpfung der Verstopfungen, Behandlung einer Depression, Reduktion von Atemnot. Es gibt zudem auch noch eine Psychologisch Behandlung oder die Verbesserung der Ernährungssituation, durch Medikamente.

 

 

Die Behandlung von Eierstockkrebs bietet tatsächlich auch bei Rezidiven eine weiterführende Auswahl von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, was leider nicht bei jeder Krebsart der Fall ist. Bitte nicht verzweifeln, wenn Ihr behandelnder Arzt Ihnen sagt, Sie werden palliativ behandelt.

 

 

 

Was bedeutet palliative Versorgung?

 

Zur palliativen Versorgung bieten sich 2 Möglichkeiten an.

Versorgung auf einer Palliativstation und/oder auch Zuhause.

 

Vielfach verbreitet ist die Annahme, auf eine Palliativstation sei man zum Sterben.

 

Das ist grundfalsch. Zwar sterben Menschen auf der Palliativstation, die meisten werden aber nach erfolgreicher Behandlung, wieder entlassen.

 

In Kiel werden jährlich auf der Palliativstation der Uniklinik ca. 450 Patienten behandelt,

Davon sterben dort etwa 90 Patienten, also jeder fünfte.

 

Palliativstationen sind stationäre Einrichtungen der Palliativmedizin an Krankenhäusern. Sie entstanden im Rahmen der Hospizbewegung, als weiteres Angebot neben ambulanter Begleitung und stationärer Hospizversorgung. Ihr Ziel ist es, Menschen mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Krankheit, durch medizinische, pflegerische und andere Maßnahmen eine weitgehende Linderung der Symptome zu verschaffen, so dass die verbleibende Lebenszeit mit einer möglichst hohen Lebensqualität wieder zuhause verbracht werden kann. 

Sollte eine Entlassung nicht mehr möglich sein, stellt die Palliativstation dem Sterbenden angemessenen Raum und Begleitung zur Verfügung.

 

Als Krankenhausstation stehen den Patienten einer Palliativstation einerseits alle Möglichkeiten eines Krankenhauses zur Verfügung, wie zum Beispiel ärztliche Versorgung zu jeder Zeit. Andererseits ist die räumliche Gestaltung meist wohnlicher und die Gesamtatmosphäre ruhiger, als auf anderen Krankenhausstationen. Zudem gilt in der medizinischen Behandlung der Grundsatz, diagnostische oder therapeutische Maßnahmen nur dann anzuwenden, wenn sie einerseits dem Willen des Betroffenen entsprechen und andererseits, mit hoher Wahrscheinlichkeit, eine positive Auswirkung auf seine Lebensqualität haben. Auf der Palliativstation arbeiten Schwestern und Ärzte mit einer Zusatzausbildung im so genannten PalliativCare Bereich.

 

Hier geht es hauptsächlich um Schmerzfreiheit und adäquate Behandlung von Atemnot bis  Verstopfung. Niemand muss heutzutage mehr Schmerzen erleiden, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist.

Es gibt es oft die Meinung, Opiate machen die Patienten lallig und verwirrt. In den ersten Tagen kann dies auch vorkommen, da das Morphin in der individuellen Stärke erst eingestellt werden muss. Jedoch gibt es nicht wenige Patienten, die unter Morphin noch länger ein schmerzfreies Leben führen, ohne verwirrt zu sein oder andere Nebenwirkungen zu haben.


 

 

Einige Links zum Thema:

http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/Patientenleitlinie_Palliativmedizin.pdf

 

http://www.patienten-information.de/mdb/downloads/kip/aezq-version-kip-opioide-bei-chronischen-schmerzen.pdf
 

 
Hospize:
 
 
Adresse: Radewisch 90, 24145 Kiel
 
 
 
Adresse: Prinzenstraße 8, 24768 Rendsburg
 
 
 
 

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung SAPV für Zuhause
 
Definition SAPV 

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dient – in Ergänzung zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung – dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen bzw. stationären Hospizen zu ermöglichen. 

Diese beinhaltet insbesondere spezialisierte palliativärztliche und palliativpflegerische Beratung und/oder (Teil-)Versorgung, einschließlich der Koordination von notwendigen Versorgungsleistungen bis hin zu einem umfassenden, individuellen Unterstützungsmanagement. Multiprofessionalität, 24-stündige Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche und Spezialistenstatus der primär in der Palliativversorgung tätigen einzelnen Leistungserbringer sind unverzichtbar. 

Ein speziell ausgebildetes Team führt regelmäßige Teamsitzungen und Fallbesprechungen durch und arbeitet eng mit den Strukturen der Primärversorgung (z.B. niedergelassene Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen), sowie den Einrichtungen der Hospizbewegung zusammen. SAPV kann als alleinige Beratungsleistung, Koordinationsleistung, additiv unterstützende Teilversorgung oder vollständige Patientenversorgung verordnet werden. 
(Definition DGP und DHPV )
 
 

SAPV Team Kiel (SAPV-Teams)
Prüner Gang 7
 
 
 
Liste mit SAPV Teams Schleswig-Holstein
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben und recherchiert, zur Verfügung gestellt und vorgetragen den Mitgliedern der OvarSH,

von Marlies Micheel-Brodtmann, ehrenamtl. Hospizmitarbeiterin, Sterbe- und Trauerbegleiterin.

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© Andrea Krull, Kiel.